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Visitenkarten drucken, immer wieder ein neues Abenteuer

Shenzhen (ChinaStockMarketResearch.com) - Heute war wieder einer dieser Tage in China an denen man gerne verzweifeln würde. Für meine Firma benötigte ich neue Visitenkarten. An sich eine lösbare Aufgabe.

Meine Sekretärin hatte ein paar lokale Druckereien ausfindig gemacht und noch am selben Tag haben wir uns auf den Weg begeben. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben mich gelehrt, dass ich selbst mit dabei sein muss. Zu viele „Schmerzvisitenkarten“ musste ich schon zahlen.

Alle nötigen Informationen, wie Logo, Adresse, Email etc. hatte ich in Word gespeichert und auf meine USB Stick geladen.

Als wir bei der ersten Druckerei angelangt sind, haben ich das Papier ausgewählt, das Design abgeklärt und nun mussten nur noch die Daten übermittelt werden. Der USB Stick konnte an dem 4 Jahre alten Computer mit einem 15“ Monitor gefunden werden. Man muss anmerken, dass man nicht das deutsche Bild einer Druckerei in den Gedanken haben sollte. Es ist alles etwas simpler in China.

Der Preis für ein Pack 100er Visitenkarten, aufklappbar, 3farbig, 220g Papier liegt bei ca. 7 EUR.

Jetzt fing das erste Problem an. Meine Word-Datei konnte nicht richtig gelesen werden. Alles kein Problem sagte ich und habe die Informationen in einem Schneckentempo aus dem Internet kopiert. Eine halbe Stunde verging. Jetzt schien alles soweit Ok zu sein, deren Designer wollte mir in ein paar Stunden erste Entwürfe zu kommen lassen.

Der letzte Schritt war die Anzahlung und Bestellmenge. Auf einmal wollte die Druckerei eine Mindestbestellmenge von 30 Paketen pro Vistenkartendesign. Bei 10 Angestellten für meine Niederlassung in Shenzhen wären dies 30.000 Visitenkarten. Allein für mich 3.000 Stück. So viel braucht man auch in Asien, wo die Menschen verrückt nacht Visitenkarten sind, nicht in einigen Jahren.

Ergebnis war, dass wir gegangen sind und knapp 3 Stunden verloren haben. Auf ging es zur nächsten Adresse. 30 Minuten mit dem Auto durch den Abendverkehr. Die neue Druckerei sah ebenfalls recht bescheiden aus. Gleiches Prozedere wie bei der ersten Druckerei, aber diesmal haben wir die Bestellmenge abgeklärt. Alles kein Problem sagten sie. Der Preis sei auch der gleiche.

Da wir etwas unter Zeitruck standen, haben wir darauf vertraut, dass das nette Mädchen vor dem Computer uns ein angemessenes Design zu senden könnte. Später im Büro haben wir die ersten Entwürfe erhalten. Eine Katastrophe. Mir blieb nichts anderes übrig als am nächsten Tag selbst in die Druckerei zu fahren und denen zu erklären, wie es in etwa auszusehen hat. In unseren Augen ist es selbstverständlich, dass man nicht 3 verschiedene Schrifttypen, Größen und Farben auf einer Visitenkarte verwendet. Auch wenn manche denken, dies sei Schick. Die Anordnung der Informationen ist ebenfalls ein Chaos. Nichts war im gleichen Abstand. Selbst das kopieren der Informationen schien zu schwierig zu sein. Dazu sah die Firmenadresse etwas abgehackt aus in deren Version.

Am nächsten Tag saß ich mit dem Mädchen eine Stunde vor dem Computer. Ich versuchte Ihr meine Vorstellungen klar zu machen. Es war alles etwas hilflos. Dann habe ich mich dazu durchgerungen doch gebrauch von meine stark limitierten Photoshopkenntnissen zu machen. Es starteten meine Selbstversuche. Als es einigermaßen aussah, sollte die Designerin nur noch kleine Adjustierungen vornehmen. Ich fuhr wieder zurück ins Büro und wartete auf die Entwürfe. Dies war ein Fehler. Sie hat es doch tatsächlich geschafft es wieder verkehrt zu machen. Nach einer kurzen Wutattacke, habe ich mich an meinen Computer gesetzt und alles selbst gemacht. Ich habe eine perfektes Sample erstellt. Es hätte von der Dame nur noch konvertiert werden müssen. Gleiches Spiel, ich habe auf die neuen Entwürfe gewartet, und wurde wieder enttäuscht. Selbst kopieren schien zu schwierig.

Wieder ein Wutausbruch, wieder ins Auto, diesmal dort geblieben bis alles perfekt war. Auch nach über fünf Jahren in China ist es nicht leichter geworden. Die Visitenkarten haben mich drei Tage meines Lebens gekostet und mich wieder ein paar Jahre älter gemacht.

Nächstes Jahr auf ein neues Abenteur.

Quelle: ChinaStockMarketResearch.com
Autor: RR

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